<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Philosophie · folgend.es</title><link>https://folgend.es/tags/philosophie/</link><description>Der Blog von Marlene und Dirk.</description><generator>Hugo</generator><language>de-DE</language><atom:link href="https://folgend.es/tags/philosophie/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><lastBuildDate>Thu, 03 Sep 2026 09:00:00 +0200</lastBuildDate><item><title>Über Muße</title><link>https://folgend.es/2026/09/ueber-musse/</link><pubDate>Thu, 03 Sep 2026 09:00:00 +0200</pubDate><author>Marlene</author><category>Muße</category><category>Philosophie</category><category>Gesellschaft</category><guid>https://folgend.es/2026/09/ueber-musse/</guid><description>&lt;p&gt;Seit ich mir seit einigen Wochen die Frage stelle, was mich daran hindert, eine Routine im Schreiben zu etablieren, kommt mir immer wieder das Wort „Muße“ in den Sinn. Muße im antiken Sinne als die Zeit, die ich mit kreativen, intellektuellen oder charakterbildenden Tätigkeiten verbringen kann. In meinem Fall das Nichtvorhandensein dieser Zeit. Oder, nicht ganz so absolut, doch immerhin ein „zu wenig davon“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muße hatte schon immer etwas mit Privilegiertheit zu tun. Denn schließlich konnten sich ja bereits im alten Rom und im antiken Griechenland nur jene Menschen Muße, lateinisch &lt;em&gt;otium&lt;/em&gt;, erlauben, die, etwa, nicht in Sklavenarbeit gefangen waren. Menschen also, die gesellschaftlich besser gestellt waren als andere. Menschen, die sich um bestimmte Dinge nicht kümmern mussten, weil andere diese Aufgaben für sie übernommen haben. Daran hat sich, kaum überraschend, auch im Laufe der Zeit wenig geändert. Denn wer den Hauptteil seines Tages mit harter körperlicher oder Care-Arbeit, lateinisch &lt;em&gt;negotium&lt;/em&gt;, verbringt oder verbringen muss, hat folgerichtig wenig Zeit und/oder wenig Ressourcen, um sich in der freien Zeit der Muße zu widmen. Denn sich kreativ oder intellektuell zu betätigen, benötigt schließlich auch Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich selbst würde mich zwar als in gewisser Hinsicht privilegiert betrachten - ich arbeite in Teilzeit, verdiene genug, habe zwei Nachmittage pro Woche frei, weil meine Tochter dann von ihrem Papa betreut wird - und doch fehlt mir oft die Zeit für Muße. Denn neben der Arbeit und der Kinderbetreuung stehen ja außerdem Pflichten rund um den Haushalt auf dem Plan. Auch Sport respektive Bewegung dürfen, zumindest für mich, nicht zu kurz kommen, damit ich mich wohlfühlen kann. Ach, und was ist eigentlich mit dem sozialen Leben? Zeit für Freunde und Familie?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich am Ende eines Tages, der um 5:30 Uhr beginnt und um 20 Uhr endet, noch anfangen möchte, einen Text zu schreiben, scheitere ich meist gnadenlos. Es bleibt also meist nur ein Nachmittag in der Woche, den ich mit Schreiben verbringen kann. Bin ich dann auch immer in der Stimmung dafür? Natürlich nicht. Hilft es, wenn ich mich dann dazu zwinge? Manchmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich selbst nicht mehr kreativ tätig werden kann, versuche ich meine freie Zeit mit Literatur, Filmen, Musik oder Nachdenken zu verbringen. Aber manchmal scrolle ich auch einfach nur sinnbefreit auf meinem iPhone rum. Schäme ich mich dann? Na klar. Habe ich dann noch die Kraft, mich gegen die Trägheit zu wehren? Nicht immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, Muße hatte schon immer etwas mit Privilegiertheit zu tun. Aber genau das sollte nicht so sein. Denn es ist schlichtweg ungerecht - und in einer von Hyperkapitalismus und rechten Fliehkräften bedrohten Welt vielleicht sogar gefährlich. Jeder Mensch braucht Muße. Und damit meine ich nicht nur Zeit zum Schreiben. Sondern eben auch Zeit, über sich selbst nachzudenken und sich weiterzubilden. Denn das trägt nicht zuletzt auch dazu bei, uns zu mündigen, reflektierten, selbst denkenden Menschen zu machen. Und genau danach sollten wir jetzt ganz besonders streben.&lt;/p&gt;&#10;</description></item></channel></rss>